Bakony-Gebirge
Im 18. Jahrhundert bestand das wildromantische Bakony-Gebirge noch aus zusammenhängenden Urwäldern, es war ein geeignetes Versteck für Strolche und Räuber, die der Obrigkeit aus dem Weg gehen wollten. Das Gebiet des Hohen Bakony ist ein Naturschutzgebiet mit herrlichen Buchenwäldern, malerischen, von Bächen durchflossenen Tälern, mehr als 1000 Höhlen - ein Paradies für Höhlenforscher (die Höhlen vom Likas- und Csatár-Berg, Kõlik, Szentgál usw.). Beliebte Ausflugsziele in der Gegend sind die Schluchten der Gebirgsbäche Gerence, Séd, Hódos, Gaja und Cuha. Als Herausforderung für Wanderer gilt der Teufelsgraben (Ördög-árok), hier klettert man über Eisenleitern an den riesigen Felsen des Teufelsdammes entlang (Ördög-gát). Zum Eingang in die urzeitliche Odvas-Kõ-Höhle führen 150 Stufen. Neben Hirschen, Rehen, Mufflons, Wildschweinen und Wildkatzen leben auch 104 besonders geschützte Vogelarten in den Wäldern des Bakony. Der höchste Punkt ist der Kõris-Berg (709 Meter), auf dessen Gipfel ein Aussichtsturm errichtet wurde. Faszinierend ist der Wald von Fenyõfõ, er ist der schönste Nadelwald des Landes, älter als einhundert Jahre mit zwanzig Meter hohen Bäumen. Am Ortsrand von Szentgál befindet sich der zweitgrößte und seit Urzeiten existierende Taxuswald Europas.
Im Herzen des Bakony, vierhundert Meter über dem Meeresspiegel stand schon 1182 in Zirc (C3) die Kirche der Zisterzienserabtei (Rákóczi tér 1.). Ihr heutiger Nachfolger ist die in den Rang einer Basilika Minor erhobene Barockkirche mit zwei Türmen, die von F. A. Maulbertsch mit Fresken geschmückt wurde. Im Gebäude der Abtei kann auch die unter Denkmalschutz stehende Antal-Reguly-Bibliothek (Rákóczi tér 1.) mit ihren 65.000 Bänden besichtigt werden, unter denen sich auch kulturgeschichtliche Raritäten befinden. Neben 15.000 Zeitschriften und Kodexen besteht ihr einmaliger Wert in der reich geschnitzten Einrichtung: Den Intarsientisch schnitzte sein Schöpfer aus den Baumarten des Bakony mit einer vielfältigen Farbskala. In der ehemaligen Wohnstätte des Erzabtes (Rákóczi tér 1.) befindet sich das naturwissenschaftliche Museum des Bakony. Es zeigt die umfassende Ausstellung der im Bakony-Gebirge beheimateten Pflanzen, Insekten und der Vogelwelt mit Terrarien, Aquarien und Illustrationen. Der Bach Cuha durchfließt das Arboretum von Zirc (Damjanich u. 9.), in dem 600 Baum- und Straucharten und eine 400 Jahre alte Eiche wachsen. Die Ausstellung über das Leben und Wirken des Wissenschaftlers Antal Reguly, der Ungarn erforschte, wurde in dessen Geburtshaus, dem Antal-Reguly-Museum und Atelier der Volkkunst (Rákóczi tér 10.) eingerichtet.
Am Rande von Csesznek, einer der schönsten Ortschaften des Bakony-Gebirges, stand schon im Jahre 1263 auf der Bergspitze die gotische Burg Csesznek. Im Laufe der Zeit war sie Kerker und Schloss, dann wurde sie durch ein Erdbeben und ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer zerstört. Es lohnt sich, sie wegen des herrlichen Panoramablicks auf die Umgebung aufzusuchen.







