Győr
"Die Stadt, wo sich die Flüsse treffen", das Arrabona der Römerzeit, der fast tausend Jahre alte Bischofssitz, wo Napoleon 1809 eine Schlacht gewann, ist wegen der stimmungsvollen Innenstadt und der schönen Barockgebäude bekannt und gilt gleichzeitig als Schul- und Industriezentrum.
Der alte Stadtkern befand sich auf dem Káptalan-Hügel am Zusammenfluss der drei Flüsse Donau, Rába und Rábca. An ihrem stumpfen Turm kann man die Győrer Residenz der Bischöfe (Káptalan domb 5/A) schon von weitem erkennen. Die ältesten Gebäude sind der aus dem 13. Jahrhundert stammende Wohnturm und die gotische Dóczy-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Der romanische Vorgänger des in den Rang einer Basilika Minor erhobenen Doms (Apor Vilmos püspök tér) stand schon im Jahre 1030, 400 Jahre später wurde die gotische St.-Ladislaus-Kapelle gebaut (Héderváry-Kapelle), die anlässlich der Heiligsprechung des Königs Ladislaus I. (1077-1095) errichtet wurde. Dort wird auch die Herme des St. Ladislaus aufbewahrt, die den Gipfel der mittelalterlichen Goldschmiedekunst darstellt. Schatzkammer und Bibliothek der Győrer Kirchenprovinz (Győri Egyházmegyei Kincstár és Könyvtár, Káptalan domb 26.) hüten die Meisterwerke sakraler Kunst aus 1000 Jahren. Die Werke des herausragenden Vertreters der ungarischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts, Miklós Borsos (1906-1993), sind in dem nach ihm benannten Museum (Apor Vilmos püspök tere 2.) ausgestellt. Im Dachgeschoss des typisch klassizistischen Gebäudes, des Kreszta-Hauses (Apáca u. 1.) lohnt es sich, die Ausstellung der entzückenden Figuren der Keramikerin Margit Kovács (1902-1977) zu betrachten.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Figur des schmiedeeisernen Hahns am Zierbrunnen des Donautorplatzes (Duna-kapu tér), der 1594 die Eroberung der später von Napoleon zerstörten Burg durch die Türken verkündete. Von den berühmten Baudenkmälern des Széchenyi-Platzes war der an der Ecke des Eisenstock-Hauses (Vastuskós ház) (Nr. 4) stehende, mit Eisennägeln beschlagene Baumstamm das Aushängeschild des Gewürzladens aus dem 14. Jahrhundert. Ein prächtiges Barock-Palais ist das Apátúr-Haus (Nr. 5), die einstige Residenz des Erzabtes. Hier werden die Sammlungen über die reiche Stadtgeschichte und die Entwicklung der Medizin sowie Ausstellungen der angewandten Kunst und eine Briefmarkenausstellung präsentiert. Die bemerkenswerten Gebäude des Benediktinerordens befinden sich ebenfalls auf dem Platz: Der Innenraum der Kirche St. Ignac von Loyola wurde nach dem Modell der römischen Kirche Il Gesú mit der Original-Barockeinrichtung und mit wunderschönen Fresken ausgestattet. Der schmiedeeiserne Schmuck am alten Rathaus (Rákóczi u. 1.), das imposante eklektische Gebäude des neuen Rathauses (Városház tér), der Hof des ungarischen Spitals mit toskanischen Säulen (Rákóczi u. 6.), das Rozália-Haus (Kazinczy u. 21.) mit dem reich verzierten, für die Stadt typischen Erker verdienen beachtet zu werden. Das städtische Museum stellt den Besuchern die Péter-Váczy-Sammlung (Rákóczi u. 6.) mit griechischen und römischen Schmuckgegenständen, Mobiliar aus der Renaissance und dem Barock, Statuen, Gemälden, chinesischem Porzellan und zeitgenössischen Grafiken vor. Im Esterházy- Palais befindet sich die städtische Bildergalerie (Király u. 17.), welche die reiche Sammlung ungarischer Malerei des 20. Jahrhunderts zeigt.
Am Zusammenfluss der Flüsse befindet sich das Bad Rába-Quelle (Fürdő tér 1.).







