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Sopron

Die dicht an der österreichischen Grenze zwischen den Nadelwäldern der Lövérek und den Weingärten, die gute Weine liefern, gelegene Kleinstadt mit subalpinem Klima ist besonders reich an Kulturdenkmälern. Sie war einst eine wichtige Station an der Bernsteinstraße, die von Nord nach Süd durch Europa führte. Teile von Skulpturen und Steinen zeigt die Sammlung des Scarbantia Forums im Untergeschoss des als Wahrzeichen der Stadt bekannten Feuerturms (Tûztorony, Fõ tér 1.). In den Obergeschossen kann die stadtgeschichtliche Ausstellung besichtigt werden. Den stimmungsvollen barocken Hauptplatz, den Fõ tér, beherrscht die im Volksmund Ziegenkirche genannte Benediktinerkirche mit gotischem Gewölbe und barocker Ausstattung. Im 17. Jahrhundert war sie auch Schauplatz von Krönungen und Landesversammlungen. Zu den am häufigsten besuchten Museen des Landes zählt das barocke Storno-Haus (Fõ tér 8.) mit dem Eckerker, das die umfangreiche Sammlung der bekannten Kunstsammler-Dynastie sowie eine ortsgeschichtliche Sammlung beherbergt. Das Generalshaus (Tábornok-ház, Fõ tér 7.) war im 17. Jahrhundert der Wohnsitz der Bürgermeister und Stadtkommandanten. 300 Jahre älter ist das Fabricius-Haus (Fõ tér 6.), eines der wertvollsten weltlichen Baudenkmäler der Stadt, seine Einrichtung und sein Mobiliar spiegeln den Geschmack des Bürgertums im 17./18. Jahrhundert wider. In seinem mittelalterlichen Keller ist das Lapidarium aus der Römerzeit zu sehen, wo eine Trias- Skulpturengruppe betrachtet werden kann. Solch eine Gruppe schmückte auch das Capitol in Rom. Ebenfalls aus der Zeit der Gotik stammt das Gambrinus-Haus (Fõ tér 3.). Die schönsten Einrichtungen von denkmalgeschützten Soproner Apotheken und seltene Bücher der Pharmazie sammelte das Apothekenhaus (Fõ tér 2.). Das interessanteste Baudenkmal der Neogotik aus dem 19. Jahrhundert ist die Kirche der Ursulinen (Orsolya tér 2.), in deren Oratorium sich die Ausstellung sakraler Kunst der Soproner römisch-katholischen Sammlung der Kirchengeschichte mit Holzschnitzereien und Goldschmiedearbeiten befindet. Ende des 13. Jahrhunderts wurde die alte Synagoge (Új u. 22.) erbaut, in der Erinnerungsstücke an das Soproner Judentum in einer Ausstellung ausgestellt werden. Der Stil des Eggenberg-Hauses (Szent György u. 12.) ist von der Spätrenaissance des 17. Jahrhunderts geprägt. An seinem Tor ist das Wappen von Brandenburg, im Loggienhof das Wappen der Hohenzollern angebracht. Die 600 Jahre alte gotische Kirche Sankt Georg (Szent György u.) wurde im Barockstil umgebaut, ihre Fresken stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Museenstraße der Stadt ist die Templom utca, wo man eine wertvolle Sammlung nach der anderen findet. Im ehemaligen Ordenshaus der Franziskaner, dem späteren Ordenshaus der Benediktiner (Nr. 1.), blieb der mittelalterliche Káptalan-Saal erhalten. Das besonders wertvolle Baudenkmal stammt aus dem 13. Jahrhundert, sein reicher Schmuck, seine Skulpturen und Wandmalereien sind in Ungarn einzigartig. Im einstigen Esterházy-Palais (Nr. 2.) bietet die sehenswerte Ausstellung des Zentralen Bergbau-Museums mobile Modelle über die Entwicklung des Bergbaus und seine Bedeutung in der bildenden und angewandten Kunst. Das benachbarte Esterházy-Palais (Nr. 4.) stellt die Sammlung der Geschichte der Forstwirtschaft, der Holzindustrie und der Vermessungstechnik vor. Die Sammlung des evangelischen Landesmuseums wurde im Pfarrhaus (Nr. 12.) untergebracht. In den winzigen ehemaligen mittelalterlichen Kaufmannshäusern findet man heute elegante Geschäfte. Eines der wertvollsten Baudenkmäler der Stadt ist die Heiliggeistkirche (Szentlélek u.), ein gotisches Kunstwerk vom 14./15. Jahrhundert. Die Backstube, die Konditorenwerkstatt und die Wohnung des Bäckers, den Brotladen und die Konditorei stellt das einzige Bäckereimuseum des Landes (Bécsi u. 5.) dem Besucher vor. Die Sammlung Zettl-Langer (Balfi út 11.) enthält wertvolle Gegenstände, antike Möbel, besondere Waffen und wertvolle Gemälde. Die Exponate der Volkskunstausstellung (Deák Ferenc tér 1.) machen den Interessenten mit der Volkskunst und 23 Handwerksberufen und Gewerbearten des ehemaligen Komitats Sopron bekannt. Die sich über der Stadt erhebenden Lövérek-Berge gehören zum Soproner Landschaftsschutzgebiet und sind eine ideale Umgebung für Ausflüge, in ihren Wäldern blühen Alpenveilchen. Der höchste Punkt ist die Károly-Anhöhe (398 Meter) mit dem 23 Meter hohen Aussichtsturm, der einen vollständigen Rundblick bietet. Mit dem Bus ist das beliebte Bad Tómalom zu erreichen.

Auch die Umgebung der Stadt bietet Sehenswürdigkeiten: In der Gartenstadt Sopronbánfalva erhebt sich auf einem Hügel die Karmeliterkirche, ein imposantes Gebäude mit Barocktreppe und Kloster.

Wegen ihrer Natur- und Kulturschätze ist auch die Fertõ-Kulturlandschaft Teil des Weltkulturerbes. Der Fertõ-See gehört zum Nationalpark Fertõ-Hanság. Das einzige Erholungsgebiet auf ungarischer Seite befindet sich in Fertõrákos. Der Ort ist für seine, an die ägyptischen Tempel erinnernden Steingruben bekannt: Aus den Steinen eines Steinbruchs aus der Römerzeit wurden viele Gebäude in Sopron und in Wien erbaut, heute kann man alljährlich im Sommer Aufführungen im Höhlentheater besuchen. Eine Wendeltreppe führt nach oben, von wo sich ein herrlicher Blick auf den Neusiedler See bietet.