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Székesfehérvár

Die alte ungarische Stadt Székesfehérvár trägt die fürstliche Farbe "weiß" auch in ihrem Namen (Stuhlweißenburg), sie wurde 972 als Alba Regia gegründet und war der erste Sitz der ungarischen Könige. Fünf Jahrhunderte lang befand sich hier die Hauptkirche des Landes, wo 37 Könige und 39 Königinnen gekrönt und 15 Herrscher begraben wurden. Hier wurden die Heilige Krone und das Staatsarchiv aufbewahrt, ebenso wurden hier die Landesversammlungen abgehalten.

Die herausragende Rolle der Stadt im Mittelalter bezeugen auch die Sehenswürdigkeiten auf dem Rathausplatz (Városház tér): Der Reichsapfel und die an der Stelle des Palastes von Stephan dem Heiligen erbaute Franziskanerkirche, deren Fresken das Leben des sehr jung verstobenen Königssohnes St. Emmerich darstellen. Die Krönungskirche wurde 1602 von den Türken gesprengt. Heute sind nur noch ihre Grundmauern in der außerordentlich bedeutenden Nationalen Gedenkstätte im Ruinenfeld des Mittelalters (Középkori Romkert, Koronázó tér), einem der wichtigsten Baudenkmalensembles, zu sehen. In dem mit historischer Seccómalerei geschmückten Mausoleum befindet sich der Sarkophag des Königs St. Stephan (997-1038). Die Knochenkammer bewahrt die sterblichen Überreste der hier begrabenen ungarischen Könige auf. Auf dem Platz des Fürsten Geza (Géza fejedelem tér) stand schon 970 eine Burg, ferner eine kleinere Kapelle mit vier Apsiden, deren Grundriss mit weißen Basaltsteinen ausgelegt und sichtbar ist. Der zur Zeit des Tartarensturms im 13. Jahrhundert herrschende König Béla IV. errichtete die bischöfliche Basilika ursprünglich als Königssitz, bevor er mit seinem Hof nach Buda zog. In dem heutigen barocken Dom wird die Kopfreliquie von Stephan I. aufbewahrt. Das einzige erhalten gebliebene mittelalterliche Gebäude der Stadt ist die St.-Annen-Kapelle mit dem Netzgewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Mit Sondergenehmigung kann eines der schönsten Baudenkmalensembles der Stadt, Kirche und Ordenshaus der Karmeliter (Petõfi u.) besichtigt werden. Die Wände des aufwändig ausgestalteten Innenraums der Kirche schmücken die Fresken von F. A. Maulbertsch. Der Barockstil beherrscht auch die prächtigen Adelspaläste und Bürgerhäuser der Stadt, die seit 1777 Bischofssitz ist. Im Gyõri-Haus (Kossuth Lajos u. 15.) gab es das erste Theater, dessen Aufführungen in ungarischer Sprache erfolgten. Das aus dem 18. Jahrhundert erhaltene Hiemer-Haus (Jókai u. 1.) fällt wegen seiner Schönheit im Barock-Rokoko- Stil und seinem Erker auf. Die schönen Wohnhäuser des klassizistischen Vörösmarty-Platzes tragen die Handschrift des berühmten Sohnes der Stadt, des Architekten Miklós Ybl (1814-1891). Eine Besonderheit ist die Blumenuhr (Fõ u.), die mit den Blumen der jeweiligen Jahreszeit bepflanzte wird. Für die Erhaltung der bäuerlichen Architektur erhielten 12 Bauernhäuser und die Rác-Kirche mit der schönen Ikonostase, die sich im Freilichtmuseum (Palotaváros, Rác u. 11.) befinden, den Europa-Nostra-Preis. In den Museen des Ortsteils Rácváros stellt eine Ausstellung das Gewerbe und die Zünfte vor, das Haus des Handwerks (Mesterségek Háza) lädt mit interessanten Programmen ein, stellt die Fertigkeiten der verschiedenen Handwerksberufe vor und gibt die Gelegenheit, die entsprechenden Tätigkeiten auszuprobieren. Jahrzehntelang baute der Bildhauer Jenõ Bory (1879-1959) eine romantische Ritterburg aus Beton. In der Bory-Burg (Máriavölgyi út 54.), welche die verschiedensten architektonischen Stilrichtungen vereint, brachte er seine eigenen und zeitgenössische Kunstwerke unter.