Tata
Ein bevorzugter königlicher Erholungsort war im Mittelalter die "Stadt der Gewässer". Daran erinnert das am Ufer des Alten Sees (Öreg-tó) stehende Burgschloss. In seinen Sälen befindet sich die ausgesprochen reiche Ausstellung über die wechselvolle, in der Römerzeit beginnende Geschichte der Gegend, die Funde archäologischer Ausgrabungen und die Sammlung interessanter Arbeiten der Tataer Fayencemanufaktur. Die künstlichen Ruinen in Ungarns erstem englischem Garten wurden aus den Steinen der Vértesszentkereszter Abtei aus dem 12. Jahrhundert (deren Ruine noch im Wald zu finden ist) am Ufer des Cseke-Sees errichtet. Die an den reichlich Wasser spendenden Quellen gebauten Wassermühlen sollen uns heute nur noch die Vergangenheit in Erinnerung rufen: Das älteste Baudenkmal der Stadt ist die Cifra- Mühle. In der Nepomucenus-Mühle (Alkotmány u. 1.) stellt das deutsche Nationalitätenmuseum (Német Nemzetiségi Néprajzi Múzeum) die Zeugnisse der gegenständlichen und geistigen Kultur der in Ungarn lebenden deutschen Minderheit vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart vor. Die Gipskopien von 96 weltberühmten antiken Statuen sind in dem in der ehemaligen Synagoge befindlichen Museum der griechischrömischen Skulpturenkopien (Görög-római Szobormásolatok Múzeuma, Hősök tere 7.) zu sehen. Einmalige Besonderheiten sind das Naturschutzgebiet am Kreuzweg-Hügel und das geologische Museum: In dem verlassenen Steinbruch geben die in einem Zeitraum von Millionen von Jahren übereinander geschichteten Gesteinsformationen Auskunft über die Erdgeschichte und frühere Lebewesen wie z. B. vor 170 Millionen im Meer versteinerte Muscheln und Schnecken und die Stelle, wo die Urmenschen einst Feuerstein fanden. Neben der Kreuzwegkapelle und der Statuengruppe erhebt sich der 45 Meter hohe Jakab-Fellner- Aussichtsturm. Am Quellensee, der wegen seiner seltenen Pflanzenwelt unter Naturschutz steht, wurden das beliebte Fényes-Bad erbaut und Sportplätze angelegt.







